Ojo de Agua: Bio-Produkte von Dieter Meier

Im Einklang mit der Natur

Seit 1996 besitzt der Zürcher Künstler Dieter Meier seine Estancia «Ojo de Agua» in Argentinien. Dort widmet er sich mit Leib und Seele der biologischen, naturnahen Landwirtschaft. Seine Produkte sind in der ***delicatessa erhältlich: das hervorragende, heiss begehrte Rindfleisch und die fruchtigen, von aromatischer Vielfalt geprägten Weine. Wie Dieter Meier zu seiner Passion kam? Lesen Sie es in seinen eigenen Worten!

Biologisch anbauen heisst für mich, mit der Natur zusammenzuarbeiten und sie nicht zu vergewaltigen oder gar als Gegner zu verstehen. Argentinien ist ideal für biologische Landwirtschaft, weil das Land über alle Klimazonen verfügt und der Boden die optimale Humusstruktur für fast alle landwirtschaftlichen Produkte aufweist.

Optimaler Lebensraum für Rinder

Die Pampa húmeda eignet sich hervorragend für die Rinderzucht. Hier ernähren sich die Rinder das ganze Jahr, Sommer und Winter, von frischem Weidegras und dem Mais, der nach der Ernte auf den Feldern zurückbleibt. Dabei sind sie stets in Bewegung. Diese unübertreffliche Haltung der Wiederkäuer in der freien Natur widerspiegelt sich in der Qualität ihres Fleisches.

Ausgezeichnetes Klima für den Rebbau

In Mendoza, am Fusse der Anden, herrscht perfektes Klima für den naturnahen Rebbau ohne den Einsatz jeglicher Chemie. Hier gedeihen die Reben am besten und entwickeln die reichsten Fruchtaromen, weil grosse Tag-Nacht-Temperaturunterschiede herrschen und die reich mineralisierten Böden karg, steinig und trocken sind.

Neue Erfahrungen

Biologische Landwirtschaft ist langwierig, verlangt über die Jahre höchste Aufmerksamkeit und kann eigentlich nur zusammen mit Freunden – und nicht mit Angestellten – betrieben werden. Sicher gibt es Grundregeln, aber die Probleme sind auch immer sehr lokal. Oft erlebt man unerklärliche Niederlagen, wenn zum Beispiel ein Wurm, den man glaubte im Griff zu haben, in die Stämme der Sonnenblumen eindringt und in ein paar Tagen die ganze Ernte vernichtet.

Mein Dialog mit der Natur

Bioanbau gleicht der chinesischen Medizin. Man geht zum Arzt, um nicht krank zu werden. So wird auch das «Immunsystem» der Böden über Jahre aufgebaut. Fruchtfolgen, Methoden der Aussaat und Ernte und ein Verhältnis von fünf Jahren Landwirtschaft und dann auf dem gleichen Land sechs Jahren Rinderzucht sind von grosser Bedeutung. So tastet man sich über die Jahre an die Natur heran. Ein Beispiel: Wenn die Soja spriesst, fallen Tausende von Tauben in die Felder ein, knicken die zarte Pflanze und vernichten so die ganze Aussaat. An Schussanlagen und Vogelscheuchen gewöhnen sie sich schnell, und um die Tauben zu jagen, bräuchte es Dutzende geübter Jäger. Wir wussten uns nicht zu helfen, bis ein erfahrener Biobauer aus Österreich uns den Rat gab, während der zwei, drei kritischen Tage um die Äcker ein paar Hundert Kilo Weizenkörner zu verteilen, an denen die Tauben weit mehr interessiert sind als an den Sojasprossen. Tatsächlich hat diese Methode gewirkt, und wir haben die Taubenplage in den Griff bekommen. So haben wir in den vergangenen zwölf Jahren im Dialog mit der Natur ihre Sprache immer besser zu verstehen gelernt.

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