Bio-Weine der Familie Boner aus Malans
Ehrliche Tropfen

Im Familienbetrieb arbeiten alle Hand in Hand: Anton, Annalies und Luzi Boner.
Reben, so weit das Auge reicht. Doch etwas ist hier anders: Anstatt der üblichen, kahlen Zwischenräume in den Zeilen, sind diese hier grün, blühen unterschiedliche Blumen und Gräser. Nach der Ernte im Herbst oder Winter trifft man hier gar auf Schafe, die den Weinberg beweiden. Im Weinbaubetrieb zur Krone in Malans von Annalies, Anton und Luzi Boner ist eben alles auf biologische Landwirtschaft eingestellt. Und dies seit den Siebzigerjahren. Fast genauso lang stehen die Bioweine der Familie aus der Bündner Herrschaft in den Globus Verkaufsregalen.
Die Boners sind Weinbauern in der fünften Generation. Sohn Luzi hat 2009 den elterlichen Betrieb übernommen. Allerdings stehen ihm die Eltern nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Umgestellt auf naturnahe Produktion wurde in den Siebzigerjahren. Was war passiert? Anton Boner war beim Schädlingsbekämpfen samt Spritzflüssigkeit umgekippt und diese war in der Erde versickert. Eine später gemachte Analyse zeigte dann, dass auf diese Weise konzentrierte Giftstoffe in den Boden gelangt waren. «Dies brachte mich zum Umdenken.» Heute sind allerdings viele dieser Giftstoffe auch für den konventionellen Weinbau verboten.
Die Anfänge waren nicht einfach. Es gab kaum Wissen über biologischen Weinbau. «Wir versuchten die Pflanzen mit homöopathischen Mitteln vor Pilzerkrankungen zu schützen», sagt Annalies Boner. Sie setzten daneben mehr und mehr auf robuste, widerstandsfähige Traubensorten, die wesentlich weniger anfällig, im optimalen Fall gar resistent gegen Pilze waren. Und das unter den kritischen Augen der nach herkömmlichen Methoden produzierenden Konkurrenz. Die Weine, die anfänglich noch im 300 Jahre alten Torkel der Familie gekeltert wurden, waren aber alsbald so gut, dass sie schon 1976 ins Globus Sortiment aufgenommen wurden.
Bio im Weinbau bedeutet eine Umstellung im Pflanzenschutz, in der Bodenpflege und viel Handarbeit. Anstatt wie beim herkömmlichen Rebbau bei Schädlingsbefall Insektizide einzusetzen, werden diese in Malans mittels Nützlings-Schädlingsstrategien bekämpft. «Wir lassen der Natur ihren natürlichen Lauf, ohne die Zyklen zu stören», sagt Anton Boner. Auch Unkrautvernichtungsmittel sind verboten. Mineralien und organische Substanzen wie kompostierter Mist garantieren eine natürliche Düngung. Pilzkrankheiten werden mit Schwefel, Tonerde, Schachtelhalmpräparaten und Pinienöl bekämpft. Nur im Notfall kommt Kupfer zum Einsatz. Gesetzlich erlaubt ist dafür das Konservierungsmittel schweflige Säure.
Ein wichtiger Faktor im Bio-Weinbau sind resistente Rebsorten. Durch Kontakte zu Forschern und Rebzüchtern haben die Boners bereits 1992 neue robuste Rebsorten angepflanzt. Auf diese Weise entstand zum Beispiel der Laubawy aus den Sorten Léon Millot und Maréchal Foch, ein kräftiger Rotwein. Anton Boner hat eine klare Haltung, was seinen Wein betrifft. «Nur sauberes Traubengut und saubere Verarbeitung führen zu einem perfekten Ergebnis», sagt der engagierte und erfahrene Weinbauer. «Denn alles was auf Traube und Rebstock gespritzt wurde, findet sich im Wein wieder.»











