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  4. Interview mit Eddine Belaid

Eddine Belaid aus Zürich gehört zu den ganz Grossen der Branche. Sein Understatement beeindruckt, denn er lässt lieber Erfolge für sich sprechen: Inhaber des Aveda Exclusive Salons in Zürich und erfolgreicher Unternehmer mit drei Edel-Design-Barbershops (einer davon im Herren Globus), Barber-Academy und eigener Barber-Kosmetiklinie – ebenfalls am Standort Zürich. 


Wir brauchen ein Saison-Update in Sachen Hairstyle und Bart. Was ist im Moment angesagt?

Fades (Überblendungen) bleiben stark vertreten, wobei sie vor allem elegant wirken und klassische Elemente beinhalten müssen. Die Nachfrage nach eleganten klassischen Haarschnitten, die in Perfektion ausgearbeitet sind, steigt. Zehntagebärte steigen ebenfalls gerade auf der Beliebtheitsskala unserer Kunden. Diejenigen, die aus Modegründen einen Vollbart getragen haben, werden diesen kürzen. Der überzeugte Bartträger bleibt weiterhin dabei und legt grossen Wert auf hervorragende Pflege.


Und wie pflegt man die haarige Pracht richtig?

Das ist unterschiedlich, und es kommt auf den Bartträger sowie dessen Haut und Haarstruktur an. Kurze Bärte werden in Form getrimmt und geölt. Um Juckreiz bei empfindlicher Barthaut von vornherein zu verhindern, empfehle ich ein spezielles Bart-Shampoo. Ein weiterer Tipp: Bart-Peeling! Das entfernt alte Hautschüppchen und vermittelt sofort ein frisches Gefühl auf der Haut. Mittlere und lange Bärte benötigen regelmässige Formschnitte mit Schere, Messer oder Maschine. Spezielle Pflege-Treatments mit Öl, Peeling-Bartcrème und Bürste, vielleicht auch ein Bartwachs lassen den Bart gepflegt aussehen. In unseren Traditional Zürich Barbershops bieten wir kostenlose Beratung zur perfekten Bartpflege an.


Gibt es neue Superprodukte, die wir kennen müssen?

Die sorgfältige Analyse der Kopfhaut, die Abklärung des morgendlichen Stylings sowie die Rasurgewohnheiten, Bart- und Gesichtspflege bis hin zur Körperpflege und Parfüms gehören zu unseren täglichen Beratungsthemen. Männer sind heutzutage darauf bedacht, eine gute Auswahl an Produkten zu Hause zu haben. Neben exklusiven Pomaden habe ich meine ganze internationale Erfahrung als Barbier in die Marke Traditional Zürich einfliessen lassen. Es handelt sich hierbei um eine exklusive Männerpflegeserie mit Spezialprodukten wie Bart-Öl und Bart-Peeling.


Wer sind die Stilvorbilder für Frisuren? 

Ich würde das nicht an bestimmten Stil-Ikonen festmachen. Da jeder Kunde seinen eigenen Stil hat, beraten wir ganz individuell. Wir lassen uns dabei von vielen Bereichen beeinflussen, ganz gleich ob Mode, Design, Architektur, Social Media oder einfach von der Strasse.

 

Und welche Bartform weist einen jetzt als Trendsetter aus? 

Der Moustache erlebt gerade sein grosses Revival. Mit oder ohne Bartwachs getrimmt, vor allem aber in exakter, sauberer Perfektion getragen. Darüber hinaus ist zurzeit vom Dreitagebart bis zum Vollbart alles erlaubt.


Wie sieht das moderne Grooming-Ritual beim Barber aus? Was sind die wichtigsten Punkte?

Wir rasieren nicht einfach nur. Unsere Rasuren folgen einem ganz bestimmten Ablauf – und je nachdem für welche Rasur sich der Kunde entscheidet, kann diese bis zu zehn aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte beinhalten. Der Kunde spürt allerdings auch den Qualitätsunterschied. Unser Anspruch geht dahin, dass die Rasur nicht nur perfekt ist, sondern dem Kunden auch ein unglaublich gutes Pflegegefühl vermittelt. Ein guter Barbier weiss, wie er Rötungen vermeidet. Ein grandioser Barbier entlässt seinen Kunden mit einem stilvollen Haarschnitt sowie einem perfekt gepflegten Bart oder einer Rasur mit einem erstklassigen Hautbild aus dem Salon. 

Gibt es eigentlich Regeln für Frisuren und Bärte, die es zu beachten gilt?

Sowohl Frisur als auch Bart müssen zur Gesichtsform und zum eigenen Stil passen. Alles andere wirkt aufgesetzt und nicht attraktiv.


Bad Hair Days beim Mann. Was ist zu tun?

Am besten zum Barber gehen. :-)


Wenn Haare licht werden, was soll Mann tun? 

Die Länge der Haare spielt bei dem Thema eine grosse Rolle, denn je nach Struktur kann langes oder kürzeres Haar zumindest zeitweise eine optische Verbesserung bringen. Beim Styling rate ich bei feinem Haar von Wachs und Gel ab und setze auf Haarspray, um unschöne Verklebungen zu vermeiden. Ich persönlich vertrete die Auffassung: Wenn das Haar wirklich zu dünn wird und die Kopfform es hergibt, am besten zur gepflegten Glatze überzugehen. Zu versuchen, lichte längere Haarsträhnen über den (ohnehin schon kahlen) Kopf zu legen, geht gar nicht. Das hat weder Stil, noch wirkt es gepflegt.


Wie erklären Sie den Erfolg der Barbershops? 

Unser Salonkonzept ist ganz deutlich an dem eines englischen Barbershops angelehnt. Im Grundsatz arbeiten wir wie ein klassischer Herrenfriseur, nur mit dem Unterschied, dass unsere Dienstleistungspalette um ein Vielfaches erweitert ist. Die Idee ist, Männer als Kunden fokussierter wahrzunehmen und nicht als «Lückenfüller» zwischen zwei Farbbehandlungen. Im Barbershop betritt der männliche Kunde einen Raum, der komplett auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist und nicht mit denen eines Unisex-Salons verwässert. Zudem liegt der Reiz für mich auch darin, echten Luxus für die Kunden zu kreieren. Männer geniessen es genau gleich wie Frauen, wenn sie im Salon umsorgt werden. Barbiere sind häufig sehr detailverliebt, und das nicht nur beim Haarschnitt. Es sind auch kleine Dinge, die einen grossen Unterschied machen können, wie ein spontaner Prosecco am Vormittag, ein guter Whisky oder eine Maniküre, eine Kopf- oder Handmassage. Es braucht Kompetenz und Unternehmergeist, um die Qualität der Leistungsangebote kontinuierlich zu gewährleisten oder besser noch zu steigern.

 

Mehr Infos unter: www.thebarber.ch