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  4. Interview mit Felix Bertram

Der führende Hautspezialist Dr. Felix Bertram plädiert für einen bewussten Umgang mit Hautpflegeprodukten. Tendenziell nehmen wir nämlich zu viel davon.


Weshalb haben Sie eine eigene Hautpflege lanciert?
Ich bin leitender Arzt der Praxis skinmed, meine Kollegen und ich sehen täglich etwa 180 Patienten, bei denen es fast ausschliesslich um Fragen zur Haut geht und sehr oft auch um Hautpflege. Die Kosmetikindustrie setzt vorwiegend auf All-in-one-Produkte, die vorgeben, alle Hautprobleme und Hautveränderungen auf einmal lösen zu können. Dem ist natürlich nicht so. Jede Haut ist ganz individuell, hat individuelle Probleme und eine individuelle Art zu altern. Viliv arbeitet mit hochkonzentrierten Wirkseren, die jeweils ein Hautproblem gezielt angehen. So kann man sich sein eigenes, gezielt passendes Pflegekonzept zusammenstellen.


Worin unterscheiden sich Doktor-Brands von anderen Hautpflegemarken?
«Doktor-Brands» ist ein etwas schwammiger Begriff. Eigentlich ist jede Marke mit einem «Dr.» auf der Packung ein Doktor-Brand. Das sind aber oft fiktive Personen, die es gar nicht gibt oder die mal vor 200 Jahren eine Apotheke betrieben haben. Mein Verständnis eines Doktor-Brand ist, dass die Produkte von einem Dermatologen entwickelt wurden und einen dermatologischen Ansatz haben; das heisst hohe Wirkstoffkonzentrationen, wissenschaftliche Wirknachweise und eine ausgezeichnete Hautverträglichkeit.


Was kann moderne Hautpflege und was kann sie nicht?
In der Hautpflege hat sich in den letzten Jahren sehr viel entwickelt. Eine gute Hautpflege ist heute durchaus in der Lage, Wirkung zu erzielen und diese auch in wissenschaftlichen Studien zu belegen. Wirkstoffe aus der Biotechnologie werden immer besser und wirksamer. Auch gibt es heute einen klaren Trend, auf schädliche und kritisch diskutierte Inhaltsstoffe zu verzichten, um der Haut wirklich etwas Gutes zu tun.
Was Hautpflege nicht kann, ist, tiefere Falten aufzufüllen oder einen botoxähnlichen Effekt zu haben. Hautpflege bleibt im Bereich der Epidermis und der oberen Dermis, also in den oberen Hautschichten. Altern findet aber in allen Bereichen des Körpers statt, also auch im Unterhautgewebe, in den Muskeln und Knochen. Es ist also durchaus sinnvoll, Hautpflege als Teil des Ganzen zu betrachten, zusätzlich zu anderen Behandlungsmöglichkeiten, einem gesunden Lebenswandel, gesunder Ernährung und Bewegung.


Welches sind die häufigsten Hautpflegefehler?
Die häufigsten Fehler sind: zu viel und zu fett.
Damit meine ich: zu viel Pflege, zu viel Reinigung, zuviele Peelings und zu fettige Crèmes. All diese Massnahmen führen – kurz gesagt – zu einer Schädigung der Hautbarriere und zur Ausdünnung der Haut. Pickel und Infektionen sind die Folge. Unsere Haut ist ein wahres Wunderwerk und kann eine ganze Menge selber machen. Deshalb lautet mein Motto: Weniger ist das neue Mehr.


Wie pflegt man sich richtig? Wie lauten Ihre goldenen Regeln?
Zunächst einmal ist es wichtig, zu wissen, dass die Haut sehr vieles selber kann. Nachts zum Beispiel sind die Talgdrüsen aktiv, und wir wachen am Morgen mit einem leichten Fettfilm auf der Gesichtshaut auf. Eigentlich der perfekte Moisturizer, von der Haut selber und gratis hergestellt. Den sollten wir nicht mit Seife abwaschen, sondern am Morgen nur Wasser verwenden. Oft genügt danach ein leichtes Serum, es bräuchte bei vielen keine Pflegecrème mehr. Am Abend ist es dann okay, auch die Gesichtshaut mit einem Reinigungsprodukt zu reinigen und anschliessend für die Nacht einen Moisturizer zu verwenden. Ein Mal pro Woche peelen genügt. Eine tägliche Peeling-Anwendung dünnt die Haut nur aus und macht sie angreifbar. Gleiches gilt für die neuartigen Reinigungsbürsten. Man sollte der Haut zudem nie mehr Fett geben, als sie benötigt. Viele Menschen verwenden zu fettige Pflegeprodukte, einige bräuchten unter Umständen sogar gar keine Moisturizer oder Pflegecrèmes, haben die Haut aber über Jahre daran gewöhnt, sodass sie jetzt nicht mehr davon wegkommen.


Gibt es Dinge, die man jetzt, nach dem Sommer, besonders beachten sollte?
Während des Sommers ist die Haut in der Regel einer relativ hohen UV-Belastung ausgesetzt. Es ist sinnvoll, sie einerseits bei der Regeneration zu unterstützen und sie gleichzeitig auf Herbst und Winter vorzubereiten. Hierzu eignen sich aufbauende und schützende Seren wie viliv r – regenerate your skin und viliv p – protect your skin.

Früher gab es einfach Crèmes, heute haben wir Seren, Öle, Gels … Wann empfehlen Sie welche Textur?
Diese Texturen unterscheiden sich – einfach ausgedrückt – im Fettgehalt. Eine Crème mit einem hohen Fettgehalt eignet sich gut zur Hautpflege bei trockener Haut, aber weniger, um mit hohen Wirkstoffkonzentrationen zu arbeiten. Hier kommen dann besser Seren und Gel zum Einsatz, die fettfrei oder praktisch fettfrei sind und die gern mit höheren Wirkstoffkonzentrationen arbeiten.
In der Regel ist die Kombination von beidem sinnvoll. Zunächst ein passendes Serum mit hohen Wirkstoffkonzentrationen, die gezielt meine Hautprobleme angehen. Anschliessend zur Pflege eine geeignete Hautcrème auftragen.


Man sagt, die Augen sind der Spiegel der Seele. Gilt das auch für die Haut? Welchen Einfluss haben Emotionen und die innere Verfassung auf das Hautbild?
Sehr gute Frage! Die Haut reagiert sehr wohl auf unseren Seelenzustand. Es gibt sogar wissenschaftliche Messungen, die zeigen, dass sich der Hautwiderstand in seelischen Stresssituationen reduziert. Viele Menschen kennen es zum Beispiel, dass sie in Stresssituationen Lippenherpes bekommen oder ein sogenanntes Stressekzem (seborrhoisches Ekzem).
Ich persönlich glaube, dass der Seelenzustand einen ganz entscheidenden Einfluss auf unsere gesamte Gesundheit und das Wohlbefinden hat.
Auch bin ich davon überzeugt, dass unsere Selbstheilungskräfte eine deutlich grössere Rolle spielen als angenommen und entsprechend unserer psychischen Resilienz gut oder weniger gut ausgeprägt sind.


Kann man mit Ernährung den Zustand der Haut beeinflussen? Gibt es Power-Foods für die Haut?
Der Ernährung hat man bis vor wenigen Jahren im Bereich der Dermatologie eine nicht allzu grosse Bedeutung beigemessen. Das ändert sich aber durchaus, und auch hier gilt, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise sowohl einen Einfluss auf die Haut als auch auf unsere generelle Gesundheit hat.
Ich persönlich glaube aber weniger an Power- oder Super-Foods, sondern vielmehr daran, dass eine ausgewogene Ernährung mit unverarbeiteten und frischen Bio-Produkten, möglichst frei von Industriezucker und Weissmehl, am besten für unsere Haut und unsere Gesundheit ist.

DR.FELIX BERTRAM - GANZ PERSÖNLICH IN UNSEREN FILIALEN

GLOBUS Zürich Bahnhofstrasse: 13. September 2017, 18.00Uhr - 21.30 Uhr

GLOBUS Glattzentrum: 02. November 2017


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