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Ingwer – die scharfe Wunderwurzel

 

«Ginger. Nicht wenige Eltern im englischen Sprachraum nennen ihre Töchter nach einer der aromatisch interessantesten Wurzeln des Pflanzenreichs. Das hat natürlich seinen Grund. Ingwer hat heute in der Kulinarik den gleichen Stellenwert wie Knoblauch. Mit dem grossen Vorteil, dass er olfaktorisch keine derart unangenehmen Folgen zeigt. Grossartig entfaltet sich seine würzige Schärfe auch in in Getränken jeglicher Art, wo er sinn- und geschmackvoll verwendet werden kann.

Die Ingwerpflanze bildet bis zu zwei Meter hohe, fächerförmige Blätter an langen Stielen, ihren Ursprung vermutet man in Sri Lanka. Heutzutage wird Ingwer aber in fast allen tropischen Gebieten angebaut. Seine in den letzten Jahrzehnten steigende Beliebtheit liess die Produktion geradezu explodieren. Sogar im Zürcher Unterland baut seit kurzem ein Bio-Bauer den exotischen Ingwer an. Dazu braucht er natürlich ein Treibhaus. Die zupackende, doch niemals unangenehm brennende Schärfe der gelben Wurzel kommt vom Gingeröl. Dieses ätherische Öl kommt einzig in dieser Pflanze vor. Die Wirkung spannt einen weiten Bogen, von aphrodisierend über verdauungsfördernd, magenstärkend, appetit- und kreislaufanregend bis hin zur Stärkung des Immunsystems.
 

 

Das aromatische Rhizom wird in unzähligen Formen angeboten und angewendet. Frisch zum Garen, getrocknet als Pulver und gepickelt in Essig. Aber auch kandiert als Süssigkeit und als Zugabe in Bonbons. Der eingelegte Ingwer hat zum kometenhaften Aufstieg von Sushi auf den Tellern der Welt sicher seinen Teil beigetragen. Und die traditionelle chinesische Medizin setzt seit jeher auf die Heilwirkung des Ingwers.


Getrocknete Ingwerwurzeln sollten unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden, dort bleiben sie problemlos einige Wochen frisch. Öfters wird Ingwer auch als ganz frische, junge Wurzeln angeboten, dann ist die Haut noch dünn und saftig. Jungen Ingwer kann man ungeschält reiben oder anderweitig verwenden. Ältere Wurzeln sollten aber vor dem Reiben oder Schneiden unbedingt geschält werden. Als Aromageber in einer Suppe oder Brühe hingegen, kann er ungeschält mitgekocht werden. In der Schale sitzt eine nicht geringe Menge ätherischer Öle. Vorher einfach gut waschen.»

Richard Kägi
Foodscout