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Delicuisine story

Mönchsbart - beim Barte des Propheten! So etwas köstliches!

Ich schwörs, einen Mönch mit grünem Bart, habe auch ich noch nicht gesehen! 
Doch wie der Mönchsbart – Barba di Frate nennt sich dieses köstliche Gemüse in seiner italienischen Heimat – zu seinem Namen kam, weiss wohl niemand mehr so genau. Die spaghettidünnen, knallgrünen Halme wachsen im gesamten Mittelmeerraum wild. Und jeder einzelne Halm hat eine eigene Wurzel! Kultiviert jedoch werden sie vor allem in Norditalien, dort wird er auch Agretti genannt. Das Gewächs gehört zur Familie der Salzkräuter, nahe dem Meer gedeiht es am besten.

«Sein komplexes, erdiges Aroma macht den Mönchsbart zu einer ganz besonderen Delikatesse.»

Der Mönchsbart gewinnt zunehmend die Herzen, oder besser, den Appetit der Schweizer. Angeboten wird er in geschnürten Bündeln. Die Stängel werden knapp oberhalb der Wurzel abgeschnitten und gewaschen. So einfach geht das! Sein komplexes, erdiges Aroma, irgendwo zwischen krausem Spinat, salzigem Wildspargel, Cima di Rape und Schnittlauch angesiedelt, macht den Barba di Frate zum idealen, vegetarischen Gericht. 

Sehr fein schmeckt der Mönchsbart auch mit einem pochierten, innen noch flüssigen Ei, zu gebratenem Kabeljau oder als Begleiter eines Steaks.

«Am besten schmeckt der Barba di Frate auf italiensche Art zubereitet. Die Rezepte kennen wir selbstverständlich!»

Ich koche ihn am liebsten so, wie es auch die Süditaliener tun, zusammen mit Spaghetti und einer hocharomatischen Sauce aus viel Olivenöl, Knoblauch, etwas Chili, Kapern und Sardellen.

Die grünen Stängel werden dabei, gleich wie beim apulischen Nationalgericht Orecchiette con Cima di Rape, der kochenden Pasta für die letzten zwei Minuten zugegeben und kurz blanchiert, sie sollen noch etwas Biss haben.

Ein grosser Teller dieser köstlichen Pasta, und ich bin im Himmel. 

FAZIT

Während der kurzen Saison von Februar bis April gönne ich mir dieses kulinarische Vergnügen mindestens zweimal die Woche. Und beglücke selbstverständlich auch meine neugierigen Gäste damit.

«Die Saison ist kurz – machen Sie das Beste daraus!»